Bestimmung systematisch ableiten

Das Bestimmungs-Ableitungs-Modell (BAM) als heuristische Architektur zur systematischen Passungsanalyse zwischen Bedürfnisprofilen und Lebensweisen
Jochen Wagner
ORCID: 0009-0000-3701-0470  |  Schwerin, Deutschland  |  Mai 2026

 


Abstract
Dieser Essay entwickelt das Bestimmungs-Ableitungs-Modell (BAM) als theoretisches Rahmenmodell zur systematischen Ableitung von Bestimmung aus Bedürfnisprofilen, Lebensbereichsbilanzen und Passungsanalysen. Das BAM baut auf dem Bedürfnis-Profil-Modell (BPM, Wagner, 2026a) auf, übernimmt dessen acht Bedürfnisdimensionen und formale Bilanzlogik, transformiert jedoch die Lebensbereichsebene in ein an das Lebensrad (Wagner, 2025) angelehntes Elf-Bereiche-Schema. Bestimmung wird dabei nicht als metaphysische Entität, sondern als strukturelle Stimmigkeit zwischen Bedürfnisarchitektur und gelebter Lebensweise verstanden. Die Ableitung erfolgt in drei Stufen: erstens als Bereichsbestimmung für jeden der elf Lebensbereiche, zweitens als Verdichtung zu Bestimmungsclustern und drittens als übergreifende Lebens-Bestimmung mit Fokusbestimmung und komplementären Ausprägungen. Das Selbst wird nicht als zwölfter Lebensbereich behandelt, sondern als eigenständiger Systemparameter Si modelliert. Diese Entscheidung vermeidet den Zirkelschluss, das Selbst zugleich als Maßstab und Ergebnis der Bestimmungsanalyse zu behandeln. Der Essay präzisiert die Begriffslogik, entwickelt die formale Architektur des BAM, begründet die Clusterbildung theoretisch und formuliert ein vollständiges Verfahren zur Ableitung von Bestimmungshypothesen. Das Modell ist kohärent und anschlussfähig; seine empirische Validierung steht aus.
Schlüsselwörter: Bestimmung, BAM, Lebensrad, Bedürfnisprofil, Bereichsbestimmung, Bestimmungscluster, Lebens-Bestimmung, Selbstbilanz, Passung, Sinn

Interessenkonflikt: Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Förderung: Die Arbeit wurde ohne externe Förderung erstellt.

Hinweis zum Geltungsanspruch: Das BAM ist ein theoretisches Rahmenmodell. Es ist nicht als klinisch validiertes diagnostisches Verfahren zu verstehen und eignet sich nicht unmittelbar für Eignungsdiagnostik, klinische Beurteilung oder Personalauswahl. Das BAM erzeugt keine objektiven Aussagen über Persönlichkeit, Eignung oder Lebenswertigkeit, sondern modellinterne Passungshypothesen innerhalb eines definierten motivationalen Referenzsystems. Die empirische Validierung steht aus.

 

1. Ausgangspunkt und Fragestellung

Die Frage nach der Bestimmung gehört zu den dauerhaft präsenten, aber begrifflich unscharf behandelten Fragen der Psychologie, Philosophie und Lebensführung. Im Alltagsgebrauch bezeichnet der Begriff zugleich Zweck, Berufung, innere Aufgabe, Lebenssinn oder Schicksal. Gerade diese semantische Überladung erschwert eine wissenschaftliche Bearbeitung. Denn je diffuser der Begriff verwendet wird, desto schwieriger wird es, ein nachvollziehbares Verfahren zu entwickeln, mit dem Aussagen über Bestimmung mehr sein können als poetische Selbstbeschreibung.

Der vorliegende Essay schlägt deshalb eine andere Perspektive vor. Er fragt nicht zuerst, was Bestimmung metaphysisch „ist", sondern ob und wie sie analytisch und formal abgeleitet werden kann – etwa aus der Struktur eines Bedürfnisprofils. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Bestimmung nicht als gegebene Wahrheit im Inneren vorliegt, sondern als begründete, revidierbare Hypothese über jene Lebensweisen verstanden werden sollte, in denen eine Person ihre zentrale Bedürfnisarchitektur besonders stimmig verwirklichen kann.

Der Begriff „Bestimmung" wird im BAM weder teleologisch noch metaphysisch verwendet. Er bezeichnet keine vorgegebene Wahrheit im Inneren der Person und keinen ontologischen Seinsauftrag. Er steht als Kurzbezeichnung für einen formal beschreibbaren Zustand: hochgradige strukturelle Stimmigkeit zwischen dem individuellen Bedürfnisprofil einer Person und der von ihr gelebten oder angestrebten Lebensweise. Wo dieser Begriff zu erheblichen Missverständnissen einlädt, wäre „Bedürfnis-Lebensweise-Passung" die präzisere, wenn auch sperrigere Alternative.

Das BAM steht damit in direkter Fortsetzung des Bedürfnis-Profil-Modells (BPM), das Bedürfnisse in acht Dimensionen und 57 Facetten strukturiert und sie kontextspezifisch über definierte Lebensbereiche erhebt (Wagner, 2026a). Das BPM beantwortet die Frage, was eine Person in welchen Kontexten braucht. Das BAM beantwortet die nachgelagerte, aber lebenspraktisch entscheidende Frage: Welche Lebensweisen, Rollen, Tätigkeiten und Beziehungsweisen lassen sich aus dieser Bedürfnisstruktur als Bestimmungshypothesen ableiten?

Das BAM nimmt dabei eine erkennbare wissenschaftsphilosophische Grundposition ein. Anthropologisch setzt es voraus, dass Personen eine funktional beschreibbare Bedürfnisstruktur besitzen, die durch Selbstauskunft und Kontextbeobachtung zumindest näherungsweise erkennbar ist – ohne essentialistische Annahmen über ein fixes Wesen der Person. Epistemisch versteht es Bestimmung als ableitbar, nicht als offenbart: Sie ist das Ergebnis eines nachvollziehbaren Analyseprozesses, kein Zugang zu einer vorgegebenen Wahrheit. Modelltheoretisch folgt das BAM dem pragmatistischen Grundsatz, dass ein Modell nicht wahr oder falsch, sondern mehr oder weniger nützlich ist (vgl. Box & Draper, 1987): Es beansprucht keine vollständige Abbildung der Lebenswirklichkeit, sondern eine strukturierte Heuristik, die Orientierung erzeugt, Revisionen erlaubt und empirisch angreifbar bleibt.

Die Kernfrage des BAM: Wie lässt sich aus einem differenzierten Bedürfnisprofil, aus bereichsspezifischen Divergenzen und aus der Passung zwischen Person und Lebensweise eine formale, nachvollziehbare Bestimmungshypothese ableiten?

 

2. Begriffsklärung

Für die wissenschaftliche Bearbeitung ist zunächst zu klären, welche Funktion die zentralen Begriffe im Modell übernehmen. Die folgenden Definitionen sind analytisch und modellbezogen, nicht alltagssprachlich. Sie sollen die begriffliche Überlappung zwischen Sinn, Berufung, Identität und Bestimmung systematisch auflösen.

Sinn Erfahrene Bedeutsamkeit, Kohärenz und Beitrag des eigenen Lebensvollzugs

Sinn bezeichnet die subjektive Erfahrung, dass das eigene Tun, Erleben und Sein als verstehbar, bedeutsam und in einen größeren Zusammenhang eingebettet erlebt wird. Im BPM ist Sinn als Dimension N5 modelliert und umfasst Facetten wie Bedeutsamkeit, Kohärenz, Beitrag, Werte-Ausdruck, Transzendenz und Narrativ-Kohärenz (Wagner, 2026a).

Berufung Als Aufgabe oder Ruf erlebte Ausrichtung auf bestimmte Tätigkeiten oder Beiträge

Berufung ist enger als Sinn. Sie bezieht sich meist auf einen Tätigkeitsbereich, in dem Arbeit, Wirksamkeit und Bedeutung zusammenfallen. Berufung ist daher im BAM typischerweise in der Schnittstelle von K2 Sinn & Spiritualität und K4 Beruf & Karriere verortet, also im Cluster „Beitrag & Sinn" (Dik & Duffy, 2009).

Bestimmung Modelltheoretisch am besten passende Lebensweisehypothese für ein gegebenes Bedürfnisprofil

Bestimmung ist das weiteste Konstrukt. Sie meint nicht bloß ein Erlebnis und auch nicht nur eine Tätigkeit, sondern die übergreifende Passungsform, in der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Werte, Kontexte und Beitragsformen tragfähig zusammenfallen. Im BAM ist Bestimmung das Ergebnis eines Ableitungsprozesses, nicht dessen vorausgesetzte Wahrheit.

Selbst und Bestimmung. Die Frage „Bin ich selbst meine Bestimmung?" ist im BAM nicht sinnvoll gestellt. Das Selbst ist nicht das Ergebnis der Bestimmungsanalyse, sondern deren Voraussetzung: Es liefert das Bedürfnisprofil, durch das Bestimmung überhaupt erst ableitbar wird. Deshalb wird das Selbst im BAM nicht als zusätzlicher Lebensbereich modelliert, sondern als Systemparameter Si, der die Wahrnehmung und Realisierbarkeit externer Passungsmöglichkeiten moduliert (Wagner, 2026a).
Lebensweise / Rolle / Tätigkeit Drei Abstraktionsebenen möglicher Passungsobjekte

Im BAM werden drei Abstraktionsebenen unterschieden, auf denen Passungsanalysen durchgeführt werden können: Lebensweise bezeichnet eine globale Lebensorganisation (z. B. selbständig und ortsunabhängig lebend, in fester Partnerschaft mit Kindern). Rolle bezeichnet eine sozial definierte Funktion innerhalb eines Lebensbereichs (z. B. Führungskraft, Elternteil, Mentor). Tätigkeit bezeichnet eine konkrete, zeitlich begrenzte Aktivität (z. B. lehren, gestalten, organisieren). Der Passungswert PW kann auf allen drei Ebenen berechnet werden; Bestimmungshypothesen werden typischerweise auf Lebensweise-Ebene formuliert.

Zum epistemischen Status der Passungslogik. Die Ableitungslogik des BAM könnte den Anschein eines geschlossenen Erklärungskreises erwecken: Bedürfnisse definieren Passung, Passung definiert Bestimmung, Bestimmung bestätigt Bedürfnisse. Das BAM beansprucht jedoch nicht, eine objektiv wahre Bestimmung einer Person zu identifizieren. Es erzeugt vielmehr hypothesengeleitete Passungsaussagen innerhalb eines definierten motivationalen Referenzsystems – vergleichbar mit der Logik des Person-Environment-Fit, der ebenfalls keine ontologische Passung, sondern eine modellrelative Übereinstimmung beschreibt (Kristof-Brown et al., 2005). Die Validität der Hypothesen hängt damit nicht von der Wahrheit des Modells ab, sondern von dessen empirisch prüfbarem Nutzen.

 

3. Die elf Lebensbereiche des BAM

Bevor die formale Architektur des BAM entwickelt wird, ist zu klären, auf welche Lebensbereiche sie angewendet wird – nicht um eine erschöpfende Ontologie des Lebens zu behaupten, sondern um jene Domänen zu benennen, in denen Bestimmung alltagspraktisch erlebt, entschieden und überprüft werden kann. Das BAM verwendet dafür ein an das Lebensrad angelehntes Schema mit elf Bereichen, das im Wesentlichen der dort eingeführten Struktur folgt (Wagner, 2025). Diese Strukturierung erhöht die Anschlussfähigkeit des Modells an Coaching- und Reflexionskontexte und differenziert die Lebenswirklichkeit so, dass Passungsanalysen konkret und bereichsspezifisch bleiben.

Bereich Label Leitfrage Primäre Bedürfnis-Signatur
K1Persönliches Wachstum & LernenWie entwickle ich mich?N7, N3.3, N3.6, N2.3
K2Sinn & SpiritualitätWozu stehe ich in Beziehung?N5 gesamt, N5.2, N5.5, N5.6
K3Geld & FinanzenWie tragfähig ist meine materielle Basis?N1.1, N1.5, N2.5
K4Beruf & KarriereWie und wodurch wirke ich?N2, N3, N5.3, N2.4
K5Gesundheit & FitnessWie versorgt und lebendig bin ich?N6 gesamt, N1.2, N3.5
K6Spaß & ErholungWie regeneriere und belebe ich mich?N6.4, N6.5, N7.2, N7.4
K7Umgebung & LebensqualitätWie trägt mein Umfeld mein Leben?N1.6, N6.5, N2.6
K8Gemeinschaft & soziale BindungenWo bin ich eingebettet?N4.1, N4.4, N4.5
K9FamilieWo erlebe ich Zugehörigkeit, Fürsorge und Verlässlichkeit?N4.2, N4.5, N4.6, N1.4
K10Freundschaft & soziale NetzwerkeWo erlebe ich freiwillige Verbundenheit und Resonanz?N4.1, N4.3, N4.4, N7.2
K11Partner & LiebeWie liebe ich und werde ich geliebt?N4.2, N4.3, N1.4, N6.2

Diese elf Lebensbereiche bilden die Bereichsebene des BAM. Im Unterschied zum BPM ist das Selbst nicht als KS in die Lebensbereichsliste ergänzt, weil ein solcher Schritt die Lebensbereichslogik mit der Metaebene verwechseln würde. Das Selbst bleibt im Modell wirksam, aber als systemischer Modulator und nicht als weiterer Gegenstandsbereich (Wagner, 2026a).

Auf Passungsebene (Clusterebene) werden K9 und K10 gemeinsam im Bindungscluster A behandelt, da beide Bereiche dieselbe dominante Bedürfnissignatur teilen (N4, N1.4). Die Trennung dient der erhebungsspezifischen Differenzierung im BPM, nicht der Bestimmungsableitung als solcher.

 

4. Die Clusterstruktur des BAM

Aus den elf Lebensbereichen werden vier Bestimmungscluster gebildet. Diese Cluster sind keine bloßen Sortierungen, sondern verdichten Bereiche, die motivational und strukturell zusammengehören. Die Clusterbildung macht sichtbar, dass Bestimmung nicht in jedem Lebensbereich denselben Charakter hat. In manchen Bereichen geht es um Bindung, in anderen um Beitrag, in wieder anderen um Infrastruktur oder Wachstum.

Cluster Zugeordnete Bereiche Kernfrage Dominante Dimensionen
A – Bindung & Gemeinschaft K8, K9, K10, K11 Wie will ich mich binden, eingebettet und geliebt sein? N4, N1.4
B – Beitrag & Sinn K2, K4 Wozu bin ich da, und worin liegt mein Beitrag? N5, N3, N2.3
C – Ressourcen & Struktur K3, K5, K6, K7 Was brauche ich als tragendes Fundament meines Lebens? N1, N6
D – Wachstum & Entfaltung K1, K6 Wie entwickle, entdecke und erweitere ich mich? N7, N3.3, N2.3
Zur methodischen Einordnung der Clusterstruktur. Die vier Cluster wurden theoriegeleitet entwickelt und orientieren sich an motivationspsychologischen Grundstrukturen (Bindung, Beitrag, Ressource, Wachstum). Sie stellen eine heuristische Arbeitsstruktur dar, keine faktorenanalytisch gesicherte Taxonomie. Ihre empirische Prüfung – etwa durch explorative Faktorenanalyse auf Basis erhobener Bedürfnisprofile – bleibt zukünftiger Forschung vorbehalten.

K6 „Spaß & Erholung" hat im Modell bewusst eine Doppelrolle. Sein regenerativer Anteil gehört zu Cluster C, sein explorativer und kreativer Anteil zu Cluster D. Diese Überlappung ist kein Fehler, sondern Ausdruck der Tatsache, dass manche Lebensbereiche im Erleben zugleich Ressource und Entfaltungsraum sein können.

Zur Plausibilität der Cluster. Die Clusterstruktur folgt sowohl der Struktur des Lebensrads (Wagner, 2025) als auch der Logik des BPM (Wagner, 2026a). Besonders stark ist die Verbindung von K2 und K4 im Cluster „Beitrag & Sinn", weil hier Berufung, Wirksamkeit und Sinnerleben zusammenfallen können. Ebenso konsistent ist die Konzentrik von K8 bis K11 im Bindungscluster: von sozialer Einbettung über verlässliche Nähe bis hin zu Intimität.

 

Zur Funktion der mathematischen Notation. Die in den folgenden Abschnitten verwendeten Formeln dienen der präzisen Strukturierung theoretischer Relationen – nicht der Simulation psychometrischer Messung. Operationalisierung, Skalierung, Reliabilität und Normierung der modellierten Größen sind Aufgabe zukünftiger empirischer Prüfung. Die Notation ist heuristisch, nicht metrisch.

 

5. Bereichsbestimmung als erste Ableitungsebene

Die erste Ebene der Bestimmungsableitung ist die Bereichsbestimmung. Für jeden Lebensbereich Kk wird nicht nur gemessen, wie gut er aktuell funktioniert, sondern welche Form dieses Bereichs der Bedürfnisarchitektur der Person grundsätzlich am besten entsprechen würde. Bereichsbestimmung meint daher nicht Bewertung, sondern Passungshypothese.

Eine Bereichsbestimmung leitet sich nicht aus einem einzelnen Bedürfnis allein ab, sondern aus der Kombination von Gewichtung, Bedürfnisdivergenz und Kontextlogik. Ein hoher Autonomiewert in K4 bedeutet etwa nicht automatisch „Selbständigkeit"; er muss mit Kompetenzprofil, Sinnstruktur, Belastbarkeit und weiteren Dimensionen zusammen gelesen werden.

Die in den folgenden Formeln verwendeten Symbole sind im Notation-Verzeichnis am Ende des Essays vollständig definiert (vgl. Abschnitt 12).

BDi,k,n = BBi(Kk)WUNSCHNn − BBi(Kk)ISTNn
F1: Bedürfnisdivergenz pro Person, Lebensbereich und Dimension
BDi,k,n beschreibt die Abweichung zwischen angestrebter und erlebter Bedürfnisbilanz im Lebensbereich Kk für die Dimension Nn bei Person i. Positive Werte markieren Untererfüllung; je höher die Bedürfnisdivergenz in stark gewichteten Dimensionen, desto deutlicher der Hinweis auf eine strukturelle Passungslücke.
BeKi,k = { Nn | ωi,n > ω̄ ∧ BDi,k,n > θ }
F2: Bestimmungskern im Lebensbereich
Der Bestimmungskern BeKi,k umfasst jene Bedürfnisdimensionen, die für Person i im Lebensbereich Kk zugleich überdurchschnittlich gewichtet (ωi,n > ω̄) und deutlich untererfüllt sind (BDi,k,n > θ). Dieser Kern markiert die im Modell als besonders relevante Passungsbedingungen interpretierte Dimensionenn, die eine stimmige Lebenweise in diesem Bereich erfüllen muss.
BeHk = (BeKi,k,  PWi,j(Kk),  BBi(Kk))
F3: Bestimmungshypothese im Lebensbereich
Die Bestimmungshypothese BeHk bündelt den Bestimmungskern, den Passungswert möglicher Lebensweisen und die aktuelle Bedürfnisbilanz im Lebensbereich. Sie ist kein einfacher Zahlenwert, sondern ein interpretatives Tripel: Was brauche ich hier unverhandelbar, welche Form passt dazu, und wie weit bin ich davon entfernt?

 

6. Bestimmungscluster als zweite Ableitungsebene

Die zweite Ebene verdichtet die Bereichsbestimmungshypothesen zu Clustern. Dadurch wird verhindert, dass Bestimmung in elf isolierte Einzelhypothesen zerfällt. Vielmehr zeigt sich auf dieser Ebene, welche größere Lebenslogik mehrere Bereiche gemeinsam tragen.

CWc = k ∈ c PWi,j(Kk) · φk k ∈ c φk  ·  ρc
F4: Clusterwert
Der Clusterwert CWc verdichtet die Passungswerte jener Lebensbereiche, die zu einem Cluster gehören, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Kontextgewichte φk und des biographischen Clustergewichts ρc. Hohe Werte zeigen, in welchem Cluster das größte heuristische Passungsdichte liegt.

Die Clusterlogik erlaubt nun Aussagen wie: Eine Person kann in den Bereichen Partner & Liebe, Familie, Freundschaft & soziale Netzwerke ein gemeinsames Bindungsmuster zeigen, das nicht durch drei getrennte Hypothesen, sondern durch einen übergeordneten Bestimmungskern der Verbundenheit erklärt wird. Oder: Beruf und Sinn können zusammen eine Fokusbestimmung im Beitragscluster bilden, obwohl andere Lebensbereiche nur ergänzende Ausprägungen darstellen.

 

7. Lebens-Bestimmung als dritte Ableitungsebene

Die dritte und höchste Ebene ist die Lebens-Bestimmung. Sie besteht nicht aus einer einzigen totalen Aussage über das Leben, sondern aus einer integrierten Struktur: einem Bestimmungsfokus, komplementären Ausprägungen und einer Angabe darüber, welche Lebensweise für die Person strukturell inkompatibel ist.

BeF* = argmaxc ∈ {A,B,C,D}(CWc)
F5: Bestimmungsfokus
Der Bestimmungsfokus BeF* bezeichnet jenes Cluster, in dem das stärkste Bestimmungspotenzial liegt. Es ist die primäre Achse der Lebens-Bestimmung, aber nicht die gesamte Bestimmung. Die anderen Cluster fungieren als komplementäre Ausprägungen oder tragende Voraussetzungen.
PWi,j(Kk) = 1 − ∑n=18 ωi,n · |ωi,n − tj,n,k|
F6: Passungswert für eine Lebensweise im Lebensbereich Kk
Der Passungswert PWi,j(Kk) beschreibt die Übereinstimmung zwischen dem individuellen Dimensionsgewicht der Person i und der Bedürfnissignatur einer Lebensweise j im Lebensbereich Kk. Hohe Werte bedeuten: Diese Form adressiert genau jene Dimensionen, die für diese Person in diesem Bereich zentral sind.
Hinweis zum formalen Status: Die gewählte L1-Distanz (Betragsdifferenz) ist eine heuristische Konvention; alternativ wären euklidische Distanz (L2) oder gewichtete Kosinus-Ähnlichkeit denkbar. Der Wertebereich von PW hängt von der Skalierung der Gewichte ω und der Signaturen t ab und ist vor Anwendung zu normieren. Die empirische Prüfung alternativer Distanzmaße bleibt Folgearbeiten vorbehalten.
BeIi = [∑c(CWc · ρc)] · (1 − BDinorm) · Si
F7: Bestimmungsindex
Der Bestimmungsindex BeIi integriert die gewichteten Clusterwerte, die normierte mittlere Bedürfnisdivergenz BDinorm und den Selbstbilanz-Parameter Si. Ein hoher Bestimmungsindex weist auf hohe modelltheoretische Kohärenz zwischen Bedürfnisarchitektur und gelebter Lebensweise hin. Ein niedriger Bestimmungsindex weist darauf hin, dass zentrale Bestimmungskerne unerfüllt bleiben oder dass ein negatives Selbstbild die Passungswahrnehmung systematisch verzerrt.

 

8. Der Systemparameter Si: Selbst als Modulator, nicht als KS

Die Frage, ob ein gesonderter Selbst-Kontext KS in die Lebensbereichsliste des Modells aufgenommen werden sollte, führt im BAM zu einer klaren Antwort: nein. Ein zusätzlicher Lebensbereich „Selbst" würde die Logik des Modells beschädigen, weil er das Subjekt der Ableitung in ihren Gegenstand verwandeln würde. Damit entstünde ein Zirkelschluss: Das Selbst wäre zugleich Suchender, Maßstab und Ergebnis.

Stattdessen wird die Selbstdimension als Systemparameter Si behandelt. Si entspricht inhaltlich der Selbstbilanzlogik des BPM – dort als KS mit modifizierter Formelstruktur ausgewiesen –, ist aber im BAM nicht als Lebensbereich, sondern als Wahrnehmungs- und Realisierungsmodulator modelliert (Wagner, 2026a). Es geht hier also nicht darum, „was meine Bestimmung in Bezug auf mich selbst ist", sondern darum, wie mein Selbstverhältnis die Wahrnehmung und Verwirklichung meiner Bestimmung beeinflusst.

BBi(Kk)effektiv = BBi(Kk) · Si
F8: Selbstbilanz als Wahrnehmungsfilter auf die Bedürfnisbilanz im Lebensbereich
Si ist der normierte Selbstbilanz-Parameter der Person i (vgl. BPM, Wagner 2026a; Wertebereich 0,5–2,0). Er verstärkt oder dämpft die wahrgenommene Bedürfnisbilanz in allen Lebensbereichen. Bei niedrigem Si wird externe Passung systematisch unterschätzt; bei hohem Si kann sie leichter angenommen, genutzt und in Handlung überführt werden. Das Selbst ist damit Voraussetzung der Bestimmungserkenntnis, nicht deren zusätzlicher Gegenstandsbereich.
Formulierung des Paradoxons. Der Satz „Ich bin meine Bestimmung" ist im BAM entweder trivial oder zirkulär. Der sinnvolle Satz lautet stattdessen: Die Lebensweise, die zu meinem Bedürfnisprofil passt, ist jene Form, in der ich am meisten ich selbst bin. Das Selbst ist also nicht die Bestimmung, sondern das Kriterium, an dem Bestimmung erkannt wird.
EbeneWirkung von SiPsychologischer Mechanismus
Wahrnehmung Passung wird erkannt oder übersehen kognitiv (Selbstbild, Attribuierung)
Umsetzung Passung wird realisiert oder vermieden behavioral (Selbstwirksamkeit, Annäherung)
Bewertung Passung wird als stimmig erlebt oder abgewertet affektiv (Selbstwert, Kongruenzerleben)

Im BAM wirkt Si primär als Wahrnehmungsmodulator (F8). Die Umsetzungs- und Bewertungsebene sind psychologisch distinkt und bleiben gesonderter Modellierung vorbehalten.

 

9. Beispiel einer vollständigen Ableitung

Das folgende Beispiel zeigt, wie eine vollständige BAM-Ableitung konkret verläuft – von der Bedürfnisstruktur über Divergenz- und Passungsanalyse bis zur Bestimmungshypothese. Es handelt sich um ein konstruiertes Profil, das typische Konstellationen aus der Coaching-Praxis verdichtet.

9.1 Ausgangslage: Bedürfnisprofil und Dimensionsgewichte

Person i zeigt in der BPM-Erhebung folgende überdurchschnittliche Dimensionsgewichte (ωi,n > ω̄ = 0,14):

Dimension Label Gewicht ωi,n Einordnung
N2Autonomie & Selbstbestimmung0,22stark überdurchschnittlich
N3Kompetenz & Wirksamkeit0,20stark überdurchschnittlich
N5Sinn & Transzendenz0,19überdurchschnittlich
N7Wachstum & Exploration0,16leicht überdurchschnittlich

N1 (Sicherheit), N4 (Bindung) und N6 (Vitalität) liegen unter oder bei ω̄. Das Profil ist klar beitrags- und wachstumsorientiert, mit einem ausgeprägten Autonomiepol.

9.2 Bereichsbilanzen und Bedürfnisdivergenz

Die Bedürfnisbilanzen BBi(Kk) zeigen folgende bereichsspezifische Muster:

Bereich IST-Bilanz WUNSCH-Bilanz Divergenz BD (N2/N3/N5) Befund
K4 Beruf & Karriereniedrighochhochstarke Passungslücke
K2 Sinn & Spiritualitätmittelhochmittel–hochrelevante Passungslücke
K1 Wachstum & Lernenmittelhochmittel (N7)moderate Lücke
K3 Geld & Finanzenausreichendausreichendgeringstabil
K5 Gesundheitausreichendausreichendgeringstabil
K8–K11 Bindungmittelmittelgering–mittelnicht zentral

Der Bestimmungskern BeKi,k ist in K4 und K2 am stärksten ausgeprägt: Hier sind genau jene Dimensionen zugleich hoch gewichtet und deutlich untererfüllt, die im Profil zentral sind – N2, N3 und N5 überschreiten in beiden Bereichen die Divergenzschwelle θ.

9.3 Passungswert und Clusterbildung

Die Passungswertberechnung (F6) für mögliche Lebensweisen ergibt, dass Formen mit hoher Selbstgestaltungsfreiheit, messbarer Wirksamkeit und erkennbarem Sinnbezug in K4 und K2 die höchsten PW-Werte erzielen – etwa selbständige Beratungs-, Lehr- oder Forschungstätigkeiten. Lebensweisen mit hoher Fremdsteuerung, geringer Sichtbarkeit der Wirkung oder schwachem Sinnbezug erzielen konsistent niedrige Passungswerte.

Die Clusterwerte (F4) zeigen ein klares Bild: Cluster B – Beitrag & Sinn erzielt den höchsten CWB, getragen von K2 und K4 mit hohen φk-Gewichten. Cluster D – Wachstum & Entfaltung folgt als komplementärer Cluster. Cluster C und A sind stabil, aber nicht bestimmungsführend.

Der Bestimmungsfokus (F5) ist damit eindeutig: BeF* = B.

9.4 Lebens-Bestimmungshypothese

Beispiel einer Lebens-Bestimmungshypothese:

Diese Person benötigt für strukturelle Stimmigkeit Lebens- und Arbeitsformen, die hohe Selbstgestaltungsfreiheit, anspruchsvolle Wirksamkeitserfahrung und einen deutlich erkennbaren Sinnbezug gleichzeitig ermöglichen. Ihre Fokusbestimmung liegt im Cluster Beitrag & Sinn und konkretisiert sich als Berufsbestimmung mit starkem Werte- und Beitragsbezug. Komplementär benötigt sie einen Wachstumsraum, in dem Lernen, Exploration und kreative Erweiterung möglich bleiben. Ressourcen- und Bindungscluster wirken für diese Bestimmung nicht als primäre Achse, aber als notwendige Stabilitätsbedingungen.

Eine solche Hypothese ist keine Wesensdefinition, sondern eine revidierbare Arbeitsannahme. Sie ist formal begründet, aber offen für empirische Korrektur und biographische Veränderung. Genau diese Revisionsoffenheit macht den Begriff der Bestimmung im BAM wissenschaftlich handhabbar.

 

10. Typische Profilkonstellationen und Bestimmungshypothesen

Das folgende Tableau zeigt exemplarische Profilkonstellationen und die daraus ableitbaren Bestimmungshypothesen. Die Profile sind heuristisch und nicht erschöpfend – sie illustrieren die Bandbreite möglicher Bestimmungsformen jenseits einer rein tätigkeitszentrierten Perspektive. Bestimmung kann sich auf vier Abstraktionsebenen manifestieren: als Tätigkeit (was ich tue), als Rolle (wie ich mich zu anderen verhalte), als Seinsweise (wie ich in der Welt bin) oder als Beitragsprinzip (wozu ich da bin). Die folgende Tabelle macht sichtbar, auf welcher Ebene die Bestimmungshypothese primär angesiedelt ist.

Profil Dominante Dimensionen Fokuscluster Form & Charakter Primäre Ebene
1 – Philosophisch-kognitiv, schöpferisch N2↑↑ N3↑↑ N5↑ B – Beitrag & Sinn Forschung, Lehre, Unternehmertum, Systementwurf Tätigkeit
2 – Psychologisch-sozial, fürsorglich N4↑↑ N1↑ N5↑ A – Bindung & Gemeinschaft Elternschaft, soziale Berufe, Gemeinschaftsarbeit Rolle
3 – Körperlich-praktisch, existenziell N6↑↑ N1↑ N7↑ C – Ressourcen & Struktur Handwerk, Naturleben, körperbezogene Berufe Seinsweise
4 – Ästhetisch-existenziell, transkulturell N7↑↑ N5↑ N2↑ D – Wachstum & Entfaltung Künstlerische Praxis, Reisen, interdisziplinäre Projekte Seinsweise
5 – Spirituell-sozial, integrativ N5↑↑ N4↑ N2↑ B + A Sozialunternehmertum, spirituelle Begleitung, Gemeinschaftsprojekte Beitragsprinzip
6 – Hütend-bewahrend, traditionsgebunden N1↑↑ N5↑ N4↑ C + A Kulturpflege, Naturschutz, institutionelle Kontinuität, Erbe Beitragsprinzip
7 – Heilend-regulierend, ausgleichend N4↑↑ N6↑ N3↑ A + C Therapie, Pflege, Medizin, Seelsorge, Konfliktmediation Rolle
8 – Ordnend-strukturierend, systemisch N1↑↑ N3↑↑ N2↑ B + C Management, Architektur, Systemdesign, Recht, strategische Planung Tätigkeit
9 – Erfahrend-empfangend, kontemplativ N5↑↑ N6↑ N7↑ D + C Kontemplativer Lebensstil, Naturerfahrung, ästhetisches Erleben, Pilgerschaft Seinsweise
10 – Vermittelnd-verbindend, dialogisch N4↑ N3↑ N5↑ N2↑ A + B Journalismus, Diplomatie, Moderation, interkulturelle Brückenarbeit Rolle
11 – Standhaltend-attitudinal, zeugnisgebend N5↑↑ N1↑ N4↑ B + A Leben unter Einschränkung, würdiges Altern, Zeugenschaft, Resilienz als Beitrag Beitragsprinzip
Zur Einordnung des Profils 11. Das elfte Profil ist bewusst aufgenommen. Es folgt Frankls Kategorie der attitudinalen Werte (Frankl, 1959): Bestimmung kann sich auch darin verwirklichen, wie eine Person mit unvermeidlichem Leid, Einschränkung oder Verlust umgeht – nicht durch das, was sie tut, sondern durch die Haltung, die sie dabei einnimmt und anderen dadurch sichtbar macht. Diese Form der Bestimmung ist in tätigkeitszentrierten Modellen systematisch unsichtbar. Das BAM kann sie modellieren, weil Bestimmung hier nicht an Lebensweisen im Sinne von Aktivitätsmustern, sondern an Seinsweisen und Beitragsprinzipien geknüpft ist.

Zu jedem Profil lassen sich bereichsspezifische Bestimmungshypothesen formulieren. Die folgenden Beispielsätze sind keine diagnostischen Aussagen, sondern Formulierungshilfen für den Ableitungsprozess – revidierbare Arbeitshypothesen in Ich-Form:

Profil 1 Philosophisch-kognitiv, schöpferisch

„Meine Bestimmung ist es, Wissen zu erschaffen und weiterzugeben."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Systeme zu verstehen und neu zu denken."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Menschen durch Erkenntnis zu befähigen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Strukturen zu bauen, die Freiheit ermöglichen."

Profil 2 Psychologisch-sozial, fürsorglich

„Meine Bestimmung ist es, Bindung und Vertrauen zu gestalten."  ·  „Meine Bestimmung ist es, andere in ihrer Entwicklung zu begleiten."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Gemeinschaft zu nähren und Verantwortung zu leben."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Fürsorge als gesellschaftliche Kraft sichtbar zu machen."

Profil 3 Körperlich-praktisch, existenziell

„Meine Bestimmung ist es, mit meinen Händen Sinn zu schaffen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, im Rhythmus der Natur zu leben und zu lehren."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Körper und Materie als Ausdruck von Geist zu verstehen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, das Ursprüngliche zu bewahren und zu erneuern."

Profil 4 Ästhetisch-existenziell, transkulturell

„Meine Bestimmung ist es, Schönheit als Erkenntnisform zu verkörpern."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Grenzen zu überschreiten und neue Perspektiven zu öffnen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, durch Kunst Verbindung zu schaffen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, das Unaussprechliche sichtbar zu machen."

Profil 5 Spirituell-sozial, integrativ

„Meine Bestimmung ist es, Sinn und Wirtschaft zu vereinen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Räume für Bewusstsein und Mitgefühl zu schaffen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Gemeinschaft als spirituelle Praxis zu leben."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Wandel durch Verbundenheit zu gestalten."

Profil 6 Hütend-bewahrend, traditionsgebunden

„Meine Bestimmung ist es, zu bewahren, was Bestand hat."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Wurzeln sichtbar zu halten, damit andere wachsen können."  ·  „Meine Bestimmung ist es, das Erbe weiterzutragen und lebendig zu halten."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Kontinuität als Form von Fürsorge zu leben."

Profil 7 Heilend-regulierend, ausgleichend

„Meine Bestimmung ist es, Heilung zu ermöglichen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Gleichgewicht wiederherzustellen, wo es verloren gegangen ist."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Schmerz anzunehmen und zu wandeln."  ·  „Meine Bestimmung ist es, den Raum zu halten, in dem andere gesund werden können."

Profil 8 Ordnend-strukturierend, systemisch

„Meine Bestimmung ist es, Komplexität in Klarheit zu überführen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Ordnung zu schaffen, die Freiheit ermöglicht."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Systeme so zu gestalten, dass Menschen darin aufblühen."  ·  „Meine Bestimmung ist es, das Unsichtbare sichtbar und das Chaotische handhabbar zu machen."

Profil 9 Erfahrend-empfangend, kontemplativ

„Meine Bestimmung ist es, tief zu empfangen, was das Leben zeigt."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Stille als Form der Erkenntnis zu leben."  ·  „Meine Bestimmung ist es, in vollständiger Präsenz zu sein – als Beitrag."  ·  „Meine Bestimmung ist es, das Erfahren selbst als Lebenswerk zu verstehen."

Profil 10 Vermittelnd-verbindend, dialogisch

„Meine Bestimmung ist es, Brücken zu bauen zwischen dem, was sich fremd ist."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Verstehen dort zu ermöglichen, wo Missverständnis herrscht."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Stimmen zu verbinden, die einander nicht hören."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Verschiedenheit als Stärke sichtbar zu machen."

Profil 11 Standhaltend-attitudinal, zeugnisgebend

„Meine Bestimmung ist es, Würde unter Bedingungen zu leben, die das erschweren."  ·  „Meine Bestimmung ist es, durch meine Haltung zu zeigen, was möglich ist."  ·  „Meine Bestimmung ist es, Zeugnis zu geben – für das, was trägt, wenn nichts mehr trägt."  ·  „Meine Bestimmung ist es, durch das, wie ich leide und liebe, anderen Halt zu geben."

Hinweis zur Verwendung. Die Bestimmungssätze sind Formulierungshilfen, keine Diagnosen. Sie entstehen im BAM-Prozess als vorläufige Verdichtungen – zu überprüfen, anzupassen und im Verlauf zu verfeinern. Ein Bestimmungssatz ist gelungen, wenn er für die Person zugleich wiedererkennbar, erweiterbar und handlungsrelevant ist.

 

11. Grenzen des Modells

Das BAM ist ein theoretisches Rahmenmodell und kein validiertes diagnostisches Verfahren. Die Clusterstruktur ist konzeptionell plausibel, aber nicht faktorenanalytisch geprüft. Ebenso sind die vorgeschlagenen Tätigkeits- und Lebensweiseprofile bislang heuristische Vergleichseinheiten und keine normierten Skalen.

Ein weiterer Grenzpunkt liegt in der Subjektivität der Gewichtungsparameter. Sowohl die Dimensionsgewichte ωn als auch die Kontextgewichte φk und Clustergewichte ρc sind interpretative Größen. Sie erhöhen die Flexibilität des Modells, erschweren aber interindividuelle Vergleichbarkeit.

Schließlich ist das BAM nicht als Primärinstrument für klinische Kontexte geeignet. Stark diffuse Divergenzprofile, extreme Selbstabwertung oder pervasive Negativbilanzen können Ausdruck klinisch relevanter Zustände sein, in denen zunächst diagnostische oder therapeutische Klärung Vorrang vor Bestimmungsfragen hat.

 

12. Abgrenzung zu verwandten Ansätzen

Das BAM steht nicht ohne Vorläufer. Mehrere theoretische Traditionen beschäftigen sich mit der Frage, wie Bestimmung, Berufung oder Lebenssinn aus Eigenschaften der Person abgeleitet werden können. Die folgende Abgrenzung zeigt, wo das BAM an diese Traditionen anschließt – und wo es einen eigenständigen Beitrag leistet.

12.1 Ikigai

Das aus der japanischen Tradition stammende Ikigai-Konzept beschreibt Bestimmung als Schnittmenge aus vier Feldern: was man liebt, was man gut kann, womit man die Welt braucht und womit man Geld verdienen kann (Mogi, 2017). Diese Struktur hat hohe Alltagsplausibilität und ist als heuristische Rahmung weit verbreitet. Sie teilt mit dem BAM die Grundidee, dass Bestimmung nicht aus einem einzelnen Faktor, sondern aus einer Passung mehrerer Dimensionen entsteht.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Operationalisierung. Ikigai bleibt eine qualitative Reflexionshilfe ohne formale Ableitung, ohne Bedürfnisdiagnostik und ohne Divergenzlogik. Es benennt Felder, aber entwickelt kein Verfahren, mit dem sich überprüfen ließe, ob und wie stark eine konkrete Lebensweise diese Felder für eine spezifische Person tatsächlich adressiert. Das BAM hingegen macht genau diesen Schritt: Es ersetzt die intuitive Schnittmengensuche durch eine strukturell begründete Passungsanalyse auf Basis eines differenzierten Bedürfnisprofils.

12.2 Calling-Forschung

Die empirische Berufungsforschung – insbesondere Dik und Duffy (2009) sowie Wrzesniewski et al. (1997) – untersucht, unter welchen Bedingungen Arbeit als Berufung erlebt wird und welche psychologischen Effekte das hat. Dieser Forschungsstrang ist empirisch stark und differenziert. Er teilt mit dem BAM die Auffassung, dass Berufung nicht zufällig entsteht, sondern an bestimmte Bedingungen geknüpft ist – insbesondere an Selbstbestimmung, Wirksamkeit und Sinnerleben.

Die Calling-Forschung fokussiert jedoch fast ausschließlich auf den Berufsbereich. Sie modelliert Berufung als Qualität der Arbeitsbeziehung, nicht als übergreifende Lebensstruktur. Das BAM erweitert diese Perspektive auf elf Lebensbereiche und fragt nicht nach dem Erleben von Berufung, sondern nach deren formaler Ableitung aus einem Bedürfnisprofil. Zudem unterscheidet das BAM explizit zwischen Berufung (bereichsspezifisch, Cluster B) und Lebens-Bestimmung (alle Cluster integrierend).

12.3 Positive Psychologie und PERMA

Seligmans PERMA-Modell (2011) beschreibt psychologisches Wohlbefinden als Funktion von fünf Elementen: positiven Emotionen, Engagement, Beziehungen, Bedeutung und Leistung. Es teilt mit dem BAM das Interesse an mehrdimensionaler Lebensqualität und erkennt Bedeutung (Meaning) als eigenständige Komponente an, die nicht auf Wohlbefinden reduzierbar ist.

PERMA ist jedoch primär deskriptiv. Es beschreibt, was zu einem guten Leben beiträgt, aber entwickelt kein Ableitungsverfahren für Bestimmung. Es enthält keine Passungslogik zwischen Personenmerkmalen und Lebensweisen, keine Divergenzanalyse und keine bereichsspezifische Struktur. Das BAM baut auf ähnlichen inhaltlichen Überzeugungen auf, transformiert sie jedoch in ein formal operationalisierbares Modell.

12.4 Logotherapie

Frankls Logotherapie (1959) versteht Sinn als primäres menschliches Streben und Bestimmung als individuellen Auftrag, der in jeder Lebenssituation – auch in Leid – gefunden werden kann. Sie teilt mit dem BAM die Überzeugung, dass Sinn nicht konstruiert, sondern entdeckt wird, und dass er eine eigenständige psychologische Kategorie darstellt, die nicht auf Lust oder Macht reduzierbar ist.

Logotherapeutische Sinnfindung ist jedoch phänomenologisch und normativ ausgerichtet, nicht formal. Sie setzt Sinn als erfahrbare Wirklichkeit voraus und entwickelt keine diagnostische Architektur, mit der Bestimmung aus Profilen abgeleitet werden könnte. Das BAM übernimmt die inhaltliche Einsicht – Sinn als unverzichtbare Dimension (N5) – überführt sie aber in eine operationalisierbare Modelllogik, die ohne metaphysische Vorannahmen über den Charakter von Sinn auskommt.

Gemeinsame Abgrenzungslinie. Das BAM unterscheidet sich von allen genannten Ansätzen in einem zentralen Punkt: Es leitet Bestimmung nicht aus Selbstauskunft, Intuition oder einem einzelnen Schnittmengenmodell ab, sondern aus einem formal strukturierten, mehrdimensionalen Bedürfnisprofil mit expliziter Divergenz- und Passungslogik – systematisch, bereichsspezifisch und revidierbar. Bestimmung ist im BAM keine gefühlte Wahrheit, sondern eine begründete Hypothese.

 

13. Empirische Prüfbarkeit

Ein theoretisches Modell gewinnt wissenschaftlichen Status nicht allein durch innere Kohärenz, sondern auch dadurch, dass es falsifizierbare Hypothesen erzeugt. Das BAM ist in seiner aktuellen Form ein heuristisches Rahmenmodell; seine zentralen Annahmen sind jedoch prinzipiell empirisch prüfbar.

Prüfbare Kernhypothesen des BAM:

  • Personen mit hoher Übereinstimmung zwischen Bestimmungskern und gelebter Lebensweise (hoher Passungswert PW) zeigen im Vergleich signifikant höhere Werte auf Maßen subjektiven Wohlbefindens, Sinnerleben und Vitalität.
  • Der Bestimmungsfokus BeF* ist über einen mittelfristigen Zeitraum stabil und korreliert mit stabilen Dimensionsgewichten ω.
  • Ein niedriger Selbstbilanzparameter Si moderiert den Zusammenhang zwischen objektivem Passungswert und subjektiv erlebter Stimmigkeit signifikant negativ.
  • Die vier Cluster A–D lassen sich als distinkte motivationale Strukturen faktorenanalytisch replizieren.

Methodisch geeignete Zugänge wären: explorative und konfirmatorische Faktorenanalyse zur Clusterprüfung, Experience-Sampling-Methoden zur Erfassung bereichsspezifischer Bedürfnisbilanzen sowie längsschnittliche Designs zur Stabilitätsprüfung des Bestimmungsfokus.

 

14. Implikationen

Das BAM entfaltet seinen praktischen und wissenschaftlichen Nutzen in mehreren Anwendungsfeldern. Dabei ist zu beachten, dass es Bestimmung stets als phasenspezifische Strukturaussage modelliert, nicht als stabiles Lebensurteil. Biographische Übergänge, Brüche und veränderte Lebensumstände können den Bestimmungsfokus BeF* verschieben, Clustergewichte verändern und neue Passungshypothesen erforderlich machen (vgl. Hirschi, 2020). Die Entwicklung eines dynamischen BAM-Längsschnittmodells bleibt Folgearbeiten vorbehalten.

Das BAM hat unmittelbare Relevanz für sechs Anwendungsfelder, die sich in Zielgruppe, Tiefe und Verwendungsmodus unterscheiden:

Anwendungsfeld Verwendungsmodus Zentrale BAM-Funktion
Einzel-Coaching & Lebensberatung Begleitet durch Coach oder Berater Strukturiertes Ableitungsverfahren für Bestimmungshypothesen; Gesprächsgrundlage und Reflexionsanker
Selbstreflexion & Eigenanwendung Eigenständig, ohne Begleitung Heuristisches Rahmenmodell für biografische Standortbestimmung; Formulierungshilfe für Bestimmungssätze
Empirische Grundlagenforschung Wissenschaftlich, hypothesenprüfend Theoretischer Rahmen für Studien zu Bedürfnis-Lebensweise-Passung, Sinnerleben und Bestimmungsstabilität
Bildung & pädagogische Kontexte Didaktisch, entwicklungsbegleitend Reflexionsstruktur für Berufsorientierung, Studienberatung und biografische Bildungsangebote
Organisations- & Teamentwicklung Kollektiv, rollenorientiert Passungsanalyse zwischen Mitarbeiterprofilen und Tätigkeitsanforderungen; Grundlage für sinnorientierte Organisationskultur
Modellreihe BPM – BAM – BSL – BÖM – FEI Theorieimmanent, anschlussorientiert Diagnostisches Bindeglied zwischen Bedürfniserhebung (BPM) und anwendungsorientierten Beziehungs- und Organisationsmodellen
Hinweis zur Anwendung. Die Anwendungsfelder Organisations- und Teamentwicklung sowie Selbstreflexion setzen keine Begleitung durch ausgebildete Fachkräfte voraus, empfehlen sie aber. Das BAM erzeugt keine objektiven Aussagen über Persönlichkeit, Eignung oder Lebenswertigkeit einer Person, sondern modellinterne Passungshypothesen – deren Interpretation erfordert Kontextsensibilität und die Bereitschaft zur Revision. Eine Verwendung im Rahmen von Personalauswahl, klinischer Diagnostik oder Eignungsbeurteilung ist ausdrücklich nicht vorgesehen.

 

15. Schluss

Das Bestimmungs-Ableitungs-Modell versteht Bestimmung als strukturelle Stimmigkeit zwischen Bedürfnisarchitektur und gelebter Lebensweise. Es verschiebt den Begriff der Bestimmung damit von einer romantischen oder metaphysischen Idee hin zu einer systematisch begründbaren, kontextsensitiven und formal beschreibbaren Hypothese.

Seine zentrale Innovation besteht in der dreistufigen Ableitungslogik: Bereichsbestimmungen machen sichtbar, wie Bestimmung in einzelnen Lebensdomänen konkret erscheint; Bestimmungscluster verdichten diese Befunde zu größeren motivationalen Strukturen; die Lebens-Bestimmung integriert beides zu einer Fokusbestimmung mit komplementären Ausprägungen. Zugleich wird das Selbst nicht als gesonderter Kontextbereich KS in die Lebensbereichsliste aufgenommen, sondern konsequent als eigenständiger Systemparameter modelliert, der die Wahrnehmung und Realisierung von Bestimmung moduliert (Wagner, 2026a).

Damit legt das BAM eine publizierbare theoretische Architektur vor, die aus dem BPM-Fundament heraus konsequent weiterentwickelt ist. Folgearbeiten sollten sich auf die empirische Normierung von Tätigkeits- und Lebensstilprofilen, auf die Validierung der Clusterstruktur, auf die Entwicklung eines Längsschnittmodells zur Erfassung biographischer Bestimmungsverschiebungen und auf anwendungsbezogene Auswertungsinstrumente konzentrieren.

 

Notations-Verzeichnis

Notation. Die in diesem Essay verwendeten Formeln und Symbole bauen auf dem Bedürfnis-Profil-Modell (BPM, Wagner 2026a) auf. Die Kernvariable BB ist dort als Bedürfnisbilanz eingeführt – als gewichtete Differenz zwischen Erfüllungsgrad und Frustrationsgrad eines Bedürfnisses in einem gegebenen Kontext. Im BSL ist das Objekt dieses Vergleichs eine andere Person; im BAM ist das Objekt ein Lebensbereich. Alle weiteren Variablen werden hier erstmals eingeführt.
SymbolBedeutung
i Index für eine konkrete Einzelperson.
k Index für einen Lebensbereich (K1–K10, vgl. Abschnitt 3)
n Index für eine Bedürfnisdimension (N1–N8, vgl. BPM, Wagner 2026a)
j Index für eine konkrete Lebensweise, Rolle oder Tätigkeit (z. B. Selbständigkeit, Elternschaft, künstlerische Praxis)
BBi(Kk)Nn Bedürfnisbilanz der Person i bezüglich der Bedürfnisdimension Nn im Lebensbereich Kk. Wertebereich −1 (vollständige Frustration) bis +1 (vollständige Erfüllung). Analog zur Verwendung im BSL, wo das Objekt eine andere Person ist – hier ist das Objekt ein Lebensbereich.
BBi(Kk)WUNSCHNn Angestrebte Bedürfnisbilanz im Lebensbereich: Wie die Person den Lebensbereich bezüglich Dimension Nn idealtypisch erfahren möchte
BBi(Kk)ISTNn Erlebte Bedürfnisbilanz im Lebensbereich: Wie der Lebensbereich bezüglich Dimension Nn derzeit tatsächlich erfahren wird
BDi,k,n Bedürfnisdivergenz: Abweichung zwischen angestrebter und erlebter Bedürfnisbilanz im Lebensbereich Kk für Dimension Nn bei Person i. Positive Werte markieren Untererfüllung.
ωi,n Dimensionsgewicht: individuelles Gewicht, das Person i der Bedürfnisdimension Nn beimisst (0 bis 1, normiert auf Summe 1 über alle Nn)
ω̄ Durchschnittliches Dimensionsgewicht über alle Nn (= 1/7 ≈ 0,14); dient als Vergleichsschwelle für überdurchschnittliche Gewichtung
θ Divergenzschwelle: Mindestwert der Bedürfnisdivergenz BD, ab dem eine Dimension als bestimmungsrelevant gilt
tj,n,k Bedürfnissignatur einer Lebensweise j: Grad, in dem diese Form typischerweise die Dimension Nn im Kontext Kk adressiert (0 bis 1)
PWi,j(Kk) Passungswert: Übereinstimmung zwischen dem individuellen Bedürfnisgewicht der Person i und der Bedürfnissignatur einer Lebensweise j im Lebensbereich Kk (0 bis 1)
BeKi,k Bestimmungskern: Menge jener Bedürfnisdimensionen, die für Person i im Lebensbereich Kk zugleich überdurchschnittlich gewichtet und deutlich untererfüllt sind – die nicht verhandelbaren Bedingungen einer stimmigen Lebensweise in diesem Bereich
BeHk Bestimmungshypothese für Lebensbereich Kk: interpretatives Tripel aus Bestimmungskern, Passungswert und aktueller Bedürfnisbilanz
φk Kontextgewicht: Bedeutung des Lebensbereichs Kk im Gesamtleben der Person (0 bis 1, normiert über alle Kk)
ρc Biographisches Clustergewicht: Bedeutung eines Bestimmungsclusters c auf Basis von Lebensgeschichte und Werthaltung (0 bis 1, normiert über alle Cluster)
CWc Clusterwert: gewichteter Passungswert aller Lebensbereiche eines Bestimmungsclusters c
BeF* Bestimmungsfokus: dasjenige Cluster mit dem höchsten Clusterwert; primäre Achse der Lebens-Bestimmung
BeIi Bestimmungsindex: integrierter Gesamtwert aus Clusterpassung, normierter Bedürfnisdivergenz und Selbstbilanz-Parameter Si.
Hinweis: Die Bezeichnung „Index" ist hier funktional gemeint – als Verdichtung mehrerer theoretischer Relationen zu einem Orientierungswert. BeIi ist kein psychometrisch normierter Index im Sinne validierter Messtheorie, sondern ein heuristischer Kohärenzindikator, dessen empirische Kalibrierung zukünftiger Forschung vorbehalten bleibt.
BDinorm Normierte mittlere Bedürfnisdivergenz: über alle Lebensbereiche und Dimensionen gemittelter und auf [0,1] normierter Divergenzwert der Person i

 

Literatur

Die folgende Literaturliste ist im APA-7-Format angelegt.

Box, G. E. P., & Draper, N. R. (1987). Empirical model-building and response surfaces. Wiley.

Csikszentmihalyi, M. (1990). Flow: The psychology of optimal experience. Harper & Row.

Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268.

Diener, E. (1984). Subjective well-being. Psychological Bulletin, 95(3), 542–575.

Dik, B. J., & Duffy, R. D. (2009). Calling and vocation at work: Definitions and prospects for research and practice. The Counseling Psychologist, 37(3), 424–450.

Frankl, V. E. (1959). Man's search for meaning. Beacon Press.

Hirschi, A. (2020). Whole-life perspective on sustainable careers. In P. Haenggli, A. Hirschi, & M. Koen (Eds.), Sustainable careers across the lifespan (pp. 1–18). Routledge.

Kashdan, T. B., Rose, P., & Fincham, F. D. (2004). Curiosity and exploration: Facilitating positive subjective experiences and personal growth opportunities. Journal of Personality Assessment, 82(3), 291–305.

Kristof-Brown, A. L., Zimmerman, R. D., & Johnson, E. C. (2005). Consequences of individuals' fit at work: A meta-analysis of person-job, person-organization, person-group, and person-supervisor fit. Personnel Psychology, 58(2), 281–342.

McAdams, D. P. (1993). The stories we live by: Personal myths and the making of the self. Guilford Press.

Mogi, K. (2017). The little book of ikigai: The essential Japanese way to finding your purpose in life. Quercus.

Wagner, J. (2025). Reichtum bewusst und systematisch erschaffen: Dein Leitfaden zu individuellem Reichtum (1. Aufl.). Eigenverlag. ISBN 978-3-00-083569-8.

Wagner, J. (2026a). Bedürfnis-Profil-Modell (BPM): Theoretische Grundlegung, Facettenarchitektur und Erhebungsmethodik für kontextübergreifende Bedürfnisdiagnostik. Unveröffentlichtes Manuskript.

Wrzesniewski, A., McCauley, C., Rozin, P., & Schwartz, B. (1997). Jobs, careers, and callings: People's relations to their work. Journal of Research in Personality, 31(1), 21–33.