Die Frage nach der Bestimmung gehört zu den dauerhaft präsenten, aber begrifflich unscharf behandelten Fragen der Psychologie, Philosophie und Lebensführung. Im Alltagsgebrauch bezeichnet der Begriff zugleich Zweck, Berufung, innere Aufgabe, Lebenssinn oder Schicksal. Gerade diese semantische Überladung erschwert eine wissenschaftliche Bearbeitung. Denn je diffuser der Begriff verwendet wird, desto schwieriger wird es, ein nachvollziehbares Verfahren zu entwickeln, mit dem Aussagen über Bestimmung mehr sein können als poetische Selbstbeschreibung.
Der vorliegende Essay schlägt deshalb eine andere Perspektive vor. Er fragt nicht zuerst, was Bestimmung metaphysisch „ist", sondern ob und wie sie analytisch und formal abgeleitet werden kann – etwa aus der Struktur eines Bedürfnisprofils. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Bestimmung nicht als gegebene Wahrheit im Inneren vorliegt, sondern als begründete, revidierbare Hypothese über jene Lebensweisen verstanden werden sollte, in denen eine Person ihre zentrale Bedürfnisarchitektur besonders stimmig verwirklichen kann.
Der Begriff „Bestimmung" wird im BAM weder teleologisch noch metaphysisch verwendet. Er bezeichnet keine vorgegebene Wahrheit im Inneren der Person und keinen ontologischen Seinsauftrag. Er steht als Kurzbezeichnung für einen formal beschreibbaren Zustand: hochgradige strukturelle Stimmigkeit zwischen dem individuellen Bedürfnisprofil einer Person und der von ihr gelebten oder angestrebten Lebensweise. Wo dieser Begriff zu erheblichen Missverständnissen einlädt, wäre „Bedürfnis-Lebensweise-Passung" die präzisere, wenn auch sperrigere Alternative.
Das BAM steht damit in direkter Fortsetzung des Bedürfnis-Profil-Modells (BPM), das Bedürfnisse in acht Dimensionen und 57 Facetten strukturiert und sie kontextspezifisch über definierte Lebensbereiche erhebt (Wagner, 2026a). Das BPM beantwortet die Frage, was eine Person in welchen Kontexten braucht. Das BAM beantwortet die nachgelagerte, aber lebenspraktisch entscheidende Frage: Welche Lebensweisen, Rollen, Tätigkeiten und Beziehungsweisen lassen sich aus dieser Bedürfnisstruktur als Bestimmungshypothesen ableiten?
Das BAM nimmt dabei eine erkennbare wissenschaftsphilosophische Grundposition ein. Anthropologisch setzt es voraus, dass Personen eine funktional beschreibbare Bedürfnisstruktur besitzen, die durch Selbstauskunft und Kontextbeobachtung zumindest näherungsweise erkennbar ist – ohne essentialistische Annahmen über ein fixes Wesen der Person. Epistemisch versteht es Bestimmung als ableitbar, nicht als offenbart: Sie ist das Ergebnis eines nachvollziehbaren Analyseprozesses, kein Zugang zu einer vorgegebenen Wahrheit. Modelltheoretisch folgt das BAM dem pragmatistischen Grundsatz, dass ein Modell nicht wahr oder falsch, sondern mehr oder weniger nützlich ist (vgl. Box & Draper, 1987): Es beansprucht keine vollständige Abbildung der Lebenswirklichkeit, sondern eine strukturierte Heuristik, die Orientierung erzeugt, Revisionen erlaubt und empirisch angreifbar bleibt.
Für die wissenschaftliche Bearbeitung ist zunächst zu klären, welche Funktion die zentralen Begriffe im Modell übernehmen. Die folgenden Definitionen sind analytisch und modellbezogen, nicht alltagssprachlich. Sie sollen die begriffliche Überlappung zwischen Sinn, Berufung, Identität und Bestimmung systematisch auflösen.
Sinn bezeichnet die subjektive Erfahrung, dass das eigene Tun, Erleben und Sein als verstehbar, bedeutsam und in einen größeren Zusammenhang eingebettet erlebt wird. Im BPM ist Sinn als Dimension N5 modelliert und umfasst Facetten wie Bedeutsamkeit, Kohärenz, Beitrag, Werte-Ausdruck, Transzendenz und Narrativ-Kohärenz (Wagner, 2026a).
Berufung ist enger als Sinn. Sie bezieht sich meist auf einen Tätigkeitsbereich, in dem Arbeit, Wirksamkeit und Bedeutung zusammenfallen. Berufung ist daher im BAM typischerweise in der Schnittstelle von K2 Sinn & Spiritualität und K4 Beruf & Karriere verortet, also im Cluster „Beitrag & Sinn" (Dik & Duffy, 2009).
Bestimmung ist das weiteste Konstrukt. Sie meint nicht bloß ein Erlebnis und auch nicht nur eine Tätigkeit, sondern die übergreifende Passungsform, in der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Werte, Kontexte und Beitragsformen tragfähig zusammenfallen. Im BAM ist Bestimmung das Ergebnis eines Ableitungsprozesses, nicht dessen vorausgesetzte Wahrheit.
Im BAM werden drei Abstraktionsebenen unterschieden, auf denen Passungsanalysen durchgeführt werden können: Lebensweise bezeichnet eine globale Lebensorganisation (z. B. selbständig und ortsunabhängig lebend, in fester Partnerschaft mit Kindern). Rolle bezeichnet eine sozial definierte Funktion innerhalb eines Lebensbereichs (z. B. Führungskraft, Elternteil, Mentor). Tätigkeit bezeichnet eine konkrete, zeitlich begrenzte Aktivität (z. B. lehren, gestalten, organisieren). Der Passungswert PW kann auf allen drei Ebenen berechnet werden; Bestimmungshypothesen werden typischerweise auf Lebensweise-Ebene formuliert.
Bevor die formale Architektur des BAM entwickelt wird, ist zu klären, auf welche Lebensbereiche sie angewendet wird – nicht um eine erschöpfende Ontologie des Lebens zu behaupten, sondern um jene Domänen zu benennen, in denen Bestimmung alltagspraktisch erlebt, entschieden und überprüft werden kann. Das BAM verwendet dafür ein an das Lebensrad angelehntes Schema mit elf Bereichen, das im Wesentlichen der dort eingeführten Struktur folgt (Wagner, 2025). Diese Strukturierung erhöht die Anschlussfähigkeit des Modells an Coaching- und Reflexionskontexte und differenziert die Lebenswirklichkeit so, dass Passungsanalysen konkret und bereichsspezifisch bleiben.
| Bereich | Label | Leitfrage | Primäre Bedürfnis-Signatur |
|---|---|---|---|
| K1 | Persönliches Wachstum & Lernen | Wie entwickle ich mich? | N7, N3.3, N3.6, N2.3 |
| K2 | Sinn & Spiritualität | Wozu stehe ich in Beziehung? | N5 gesamt, N5.2, N5.5, N5.6 |
| K3 | Geld & Finanzen | Wie tragfähig ist meine materielle Basis? | N1.1, N1.5, N2.5 |
| K4 | Beruf & Karriere | Wie und wodurch wirke ich? | N2, N3, N5.3, N2.4 |
| K5 | Gesundheit & Fitness | Wie versorgt und lebendig bin ich? | N6 gesamt, N1.2, N3.5 |
| K6 | Spaß & Erholung | Wie regeneriere und belebe ich mich? | N6.4, N6.5, N7.2, N7.4 |
| K7 | Umgebung & Lebensqualität | Wie trägt mein Umfeld mein Leben? | N1.6, N6.5, N2.6 |
| K8 | Gemeinschaft & soziale Bindungen | Wo bin ich eingebettet? | N4.1, N4.4, N4.5 |
| K9 | Familie | Wo erlebe ich Zugehörigkeit, Fürsorge und Verlässlichkeit? | N4.2, N4.5, N4.6, N1.4 |
| K10 | Freundschaft & soziale Netzwerke | Wo erlebe ich freiwillige Verbundenheit und Resonanz? | N4.1, N4.3, N4.4, N7.2 |
| K11 | Partner & Liebe | Wie liebe ich und werde ich geliebt? | N4.2, N4.3, N1.4, N6.2 |
Diese elf Lebensbereiche bilden die Bereichsebene des BAM. Im Unterschied zum BPM ist das Selbst nicht als KS in die Lebensbereichsliste ergänzt, weil ein solcher Schritt die Lebensbereichslogik mit der Metaebene verwechseln würde. Das Selbst bleibt im Modell wirksam, aber als systemischer Modulator und nicht als weiterer Gegenstandsbereich (Wagner, 2026a).
Auf Passungsebene (Clusterebene) werden K9 und K10 gemeinsam im Bindungscluster A behandelt, da beide Bereiche dieselbe dominante Bedürfnissignatur teilen (N4, N1.4). Die Trennung dient der erhebungsspezifischen Differenzierung im BPM, nicht der Bestimmungsableitung als solcher.
Aus den elf Lebensbereichen werden vier Bestimmungscluster gebildet. Diese Cluster sind keine bloßen Sortierungen, sondern verdichten Bereiche, die motivational und strukturell zusammengehören. Die Clusterbildung macht sichtbar, dass Bestimmung nicht in jedem Lebensbereich denselben Charakter hat. In manchen Bereichen geht es um Bindung, in anderen um Beitrag, in wieder anderen um Infrastruktur oder Wachstum.
| Cluster | Zugeordnete Bereiche | Kernfrage | Dominante Dimensionen |
|---|---|---|---|
| A – Bindung & Gemeinschaft | K8, K9, K10, K11 | Wie will ich mich binden, eingebettet und geliebt sein? | N4, N1.4 |
| B – Beitrag & Sinn | K2, K4 | Wozu bin ich da, und worin liegt mein Beitrag? | N5, N3, N2.3 |
| C – Ressourcen & Struktur | K3, K5, K6, K7 | Was brauche ich als tragendes Fundament meines Lebens? | N1, N6 |
| D – Wachstum & Entfaltung | K1, K6 | Wie entwickle, entdecke und erweitere ich mich? | N7, N3.3, N2.3 |
K6 „Spaß & Erholung" hat im Modell bewusst eine Doppelrolle. Sein regenerativer Anteil gehört zu Cluster C, sein explorativer und kreativer Anteil zu Cluster D. Diese Überlappung ist kein Fehler, sondern Ausdruck der Tatsache, dass manche Lebensbereiche im Erleben zugleich Ressource und Entfaltungsraum sein können.
Die erste Ebene der Bestimmungsableitung ist die Bereichsbestimmung. Für jeden Lebensbereich Kk wird nicht nur gemessen, wie gut er aktuell funktioniert, sondern welche Form dieses Bereichs der Bedürfnisarchitektur der Person grundsätzlich am besten entsprechen würde. Bereichsbestimmung meint daher nicht Bewertung, sondern Passungshypothese.
Eine Bereichsbestimmung leitet sich nicht aus einem einzelnen Bedürfnis allein ab, sondern aus der Kombination von Gewichtung, Bedürfnisdivergenz und Kontextlogik. Ein hoher Autonomiewert in K4 bedeutet etwa nicht automatisch „Selbständigkeit"; er muss mit Kompetenzprofil, Sinnstruktur, Belastbarkeit und weiteren Dimensionen zusammen gelesen werden.
Die in den folgenden Formeln verwendeten Symbole sind im Notation-Verzeichnis am Ende des Essays vollständig definiert (vgl. Abschnitt 12).
Die zweite Ebene verdichtet die Bereichsbestimmungshypothesen zu Clustern. Dadurch wird verhindert, dass Bestimmung in elf isolierte Einzelhypothesen zerfällt. Vielmehr zeigt sich auf dieser Ebene, welche größere Lebenslogik mehrere Bereiche gemeinsam tragen.
Die Clusterlogik erlaubt nun Aussagen wie: Eine Person kann in den Bereichen Partner & Liebe, Familie, Freundschaft & soziale Netzwerke ein gemeinsames Bindungsmuster zeigen, das nicht durch drei getrennte Hypothesen, sondern durch einen übergeordneten Bestimmungskern der Verbundenheit erklärt wird. Oder: Beruf und Sinn können zusammen eine Fokusbestimmung im Beitragscluster bilden, obwohl andere Lebensbereiche nur ergänzende Ausprägungen darstellen.
Die dritte und höchste Ebene ist die Lebens-Bestimmung. Sie besteht nicht aus einer einzigen totalen Aussage über das Leben, sondern aus einer integrierten Struktur: einem Bestimmungsfokus, komplementären Ausprägungen und einer Angabe darüber, welche Lebensweise für die Person strukturell inkompatibel ist.
Die Frage, ob ein gesonderter Selbst-Kontext KS in die Lebensbereichsliste des Modells aufgenommen werden sollte, führt im BAM zu einer klaren Antwort: nein. Ein zusätzlicher Lebensbereich „Selbst" würde die Logik des Modells beschädigen, weil er das Subjekt der Ableitung in ihren Gegenstand verwandeln würde. Damit entstünde ein Zirkelschluss: Das Selbst wäre zugleich Suchender, Maßstab und Ergebnis.
Stattdessen wird die Selbstdimension als Systemparameter Si behandelt. Si entspricht inhaltlich der Selbstbilanzlogik des BPM – dort als KS mit modifizierter Formelstruktur ausgewiesen –, ist aber im BAM nicht als Lebensbereich, sondern als Wahrnehmungs- und Realisierungsmodulator modelliert (Wagner, 2026a). Es geht hier also nicht darum, „was meine Bestimmung in Bezug auf mich selbst ist", sondern darum, wie mein Selbstverhältnis die Wahrnehmung und Verwirklichung meiner Bestimmung beeinflusst.
| Ebene | Wirkung von Si | Psychologischer Mechanismus |
|---|---|---|
| Wahrnehmung | Passung wird erkannt oder übersehen | kognitiv (Selbstbild, Attribuierung) |
| Umsetzung | Passung wird realisiert oder vermieden | behavioral (Selbstwirksamkeit, Annäherung) |
| Bewertung | Passung wird als stimmig erlebt oder abgewertet | affektiv (Selbstwert, Kongruenzerleben) |
Im BAM wirkt Si primär als Wahrnehmungsmodulator (F8). Die Umsetzungs- und Bewertungsebene sind psychologisch distinkt und bleiben gesonderter Modellierung vorbehalten.
Das folgende Beispiel zeigt, wie eine vollständige BAM-Ableitung konkret verläuft – von der Bedürfnisstruktur über Divergenz- und Passungsanalyse bis zur Bestimmungshypothese. Es handelt sich um ein konstruiertes Profil, das typische Konstellationen aus der Coaching-Praxis verdichtet.
Person i zeigt in der BPM-Erhebung folgende überdurchschnittliche Dimensionsgewichte (ωi,n > ω̄ = 0,14):
| Dimension | Label | Gewicht ωi,n | Einordnung |
|---|---|---|---|
| N2 | Autonomie & Selbstbestimmung | 0,22 | stark überdurchschnittlich |
| N3 | Kompetenz & Wirksamkeit | 0,20 | stark überdurchschnittlich |
| N5 | Sinn & Transzendenz | 0,19 | überdurchschnittlich |
| N7 | Wachstum & Exploration | 0,16 | leicht überdurchschnittlich |
N1 (Sicherheit), N4 (Bindung) und N6 (Vitalität) liegen unter oder bei ω̄. Das Profil ist klar beitrags- und wachstumsorientiert, mit einem ausgeprägten Autonomiepol.
Die Bedürfnisbilanzen BBi(Kk) zeigen folgende bereichsspezifische Muster:
| Bereich | IST-Bilanz | WUNSCH-Bilanz | Divergenz BD (N2/N3/N5) | Befund |
|---|---|---|---|---|
| K4 Beruf & Karriere | niedrig | hoch | hoch | starke Passungslücke |
| K2 Sinn & Spiritualität | mittel | hoch | mittel–hoch | relevante Passungslücke |
| K1 Wachstum & Lernen | mittel | hoch | mittel (N7) | moderate Lücke |
| K3 Geld & Finanzen | ausreichend | ausreichend | gering | stabil |
| K5 Gesundheit | ausreichend | ausreichend | gering | stabil |
| K8–K11 Bindung | mittel | mittel | gering–mittel | nicht zentral |
Der Bestimmungskern BeKi,k ist in K4 und K2 am stärksten ausgeprägt: Hier sind genau jene Dimensionen zugleich hoch gewichtet und deutlich untererfüllt, die im Profil zentral sind – N2, N3 und N5 überschreiten in beiden Bereichen die Divergenzschwelle θ.
Die Passungswertberechnung (F6) für mögliche Lebensweisen ergibt, dass Formen mit hoher Selbstgestaltungsfreiheit, messbarer Wirksamkeit und erkennbarem Sinnbezug in K4 und K2 die höchsten PW-Werte erzielen – etwa selbständige Beratungs-, Lehr- oder Forschungstätigkeiten. Lebensweisen mit hoher Fremdsteuerung, geringer Sichtbarkeit der Wirkung oder schwachem Sinnbezug erzielen konsistent niedrige Passungswerte.
Die Clusterwerte (F4) zeigen ein klares Bild: Cluster B – Beitrag & Sinn erzielt den höchsten CWB, getragen von K2 und K4 mit hohen φk-Gewichten. Cluster D – Wachstum & Entfaltung folgt als komplementärer Cluster. Cluster C und A sind stabil, aber nicht bestimmungsführend.
Der Bestimmungsfokus (F5) ist damit eindeutig: BeF* = B.
Eine solche Hypothese ist keine Wesensdefinition, sondern eine revidierbare Arbeitsannahme. Sie ist formal begründet, aber offen für empirische Korrektur und biographische Veränderung. Genau diese Revisionsoffenheit macht den Begriff der Bestimmung im BAM wissenschaftlich handhabbar.
Das folgende Tableau zeigt exemplarische Profilkonstellationen und die daraus ableitbaren Bestimmungshypothesen. Die Profile sind heuristisch und nicht erschöpfend – sie illustrieren die Bandbreite möglicher Bestimmungsformen jenseits einer rein tätigkeitszentrierten Perspektive. Bestimmung kann sich auf vier Abstraktionsebenen manifestieren: als Tätigkeit (was ich tue), als Rolle (wie ich mich zu anderen verhalte), als Seinsweise (wie ich in der Welt bin) oder als Beitragsprinzip (wozu ich da bin). Die folgende Tabelle macht sichtbar, auf welcher Ebene die Bestimmungshypothese primär angesiedelt ist.
| Profil | Dominante Dimensionen | Fokuscluster | Form & Charakter | Primäre Ebene |
|---|---|---|---|---|
| 1 – Philosophisch-kognitiv, schöpferisch | N2↑↑ N3↑↑ N5↑ | B – Beitrag & Sinn | Forschung, Lehre, Unternehmertum, Systementwurf | Tätigkeit |
| 2 – Psychologisch-sozial, fürsorglich | N4↑↑ N1↑ N5↑ | A – Bindung & Gemeinschaft | Elternschaft, soziale Berufe, Gemeinschaftsarbeit | Rolle |
| 3 – Körperlich-praktisch, existenziell | N6↑↑ N1↑ N7↑ | C – Ressourcen & Struktur | Handwerk, Naturleben, körperbezogene Berufe | Seinsweise |
| 4 – Ästhetisch-existenziell, transkulturell | N7↑↑ N5↑ N2↑ | D – Wachstum & Entfaltung | Künstlerische Praxis, Reisen, interdisziplinäre Projekte | Seinsweise |
| 5 – Spirituell-sozial, integrativ | N5↑↑ N4↑ N2↑ | B + A | Sozialunternehmertum, spirituelle Begleitung, Gemeinschaftsprojekte | Beitragsprinzip |
| 6 – Hütend-bewahrend, traditionsgebunden | N1↑↑ N5↑ N4↑ | C + A | Kulturpflege, Naturschutz, institutionelle Kontinuität, Erbe | Beitragsprinzip |
| 7 – Heilend-regulierend, ausgleichend | N4↑↑ N6↑ N3↑ | A + C | Therapie, Pflege, Medizin, Seelsorge, Konfliktmediation | Rolle |
| 8 – Ordnend-strukturierend, systemisch | N1↑↑ N3↑↑ N2↑ | B + C | Management, Architektur, Systemdesign, Recht, strategische Planung | Tätigkeit |
| 9 – Erfahrend-empfangend, kontemplativ | N5↑↑ N6↑ N7↑ | D + C | Kontemplativer Lebensstil, Naturerfahrung, ästhetisches Erleben, Pilgerschaft | Seinsweise |
| 10 – Vermittelnd-verbindend, dialogisch | N4↑ N3↑ N5↑ N2↑ | A + B | Journalismus, Diplomatie, Moderation, interkulturelle Brückenarbeit | Rolle |
| 11 – Standhaltend-attitudinal, zeugnisgebend | N5↑↑ N1↑ N4↑ | B + A | Leben unter Einschränkung, würdiges Altern, Zeugenschaft, Resilienz als Beitrag | Beitragsprinzip |
Zu jedem Profil lassen sich bereichsspezifische Bestimmungshypothesen formulieren. Die folgenden Beispielsätze sind keine diagnostischen Aussagen, sondern Formulierungshilfen für den Ableitungsprozess – revidierbare Arbeitshypothesen in Ich-Form:
„Meine Bestimmung ist es, Wissen zu erschaffen und weiterzugeben." · „Meine Bestimmung ist es, Systeme zu verstehen und neu zu denken." · „Meine Bestimmung ist es, Menschen durch Erkenntnis zu befähigen." · „Meine Bestimmung ist es, Strukturen zu bauen, die Freiheit ermöglichen."
„Meine Bestimmung ist es, Bindung und Vertrauen zu gestalten." · „Meine Bestimmung ist es, andere in ihrer Entwicklung zu begleiten." · „Meine Bestimmung ist es, Gemeinschaft zu nähren und Verantwortung zu leben." · „Meine Bestimmung ist es, Fürsorge als gesellschaftliche Kraft sichtbar zu machen."
„Meine Bestimmung ist es, mit meinen Händen Sinn zu schaffen." · „Meine Bestimmung ist es, im Rhythmus der Natur zu leben und zu lehren." · „Meine Bestimmung ist es, Körper und Materie als Ausdruck von Geist zu verstehen." · „Meine Bestimmung ist es, das Ursprüngliche zu bewahren und zu erneuern."
„Meine Bestimmung ist es, Schönheit als Erkenntnisform zu verkörpern." · „Meine Bestimmung ist es, Grenzen zu überschreiten und neue Perspektiven zu öffnen." · „Meine Bestimmung ist es, durch Kunst Verbindung zu schaffen." · „Meine Bestimmung ist es, das Unaussprechliche sichtbar zu machen."
„Meine Bestimmung ist es, Sinn und Wirtschaft zu vereinen." · „Meine Bestimmung ist es, Räume für Bewusstsein und Mitgefühl zu schaffen." · „Meine Bestimmung ist es, Gemeinschaft als spirituelle Praxis zu leben." · „Meine Bestimmung ist es, Wandel durch Verbundenheit zu gestalten."
„Meine Bestimmung ist es, zu bewahren, was Bestand hat." · „Meine Bestimmung ist es, Wurzeln sichtbar zu halten, damit andere wachsen können." · „Meine Bestimmung ist es, das Erbe weiterzutragen und lebendig zu halten." · „Meine Bestimmung ist es, Kontinuität als Form von Fürsorge zu leben."
„Meine Bestimmung ist es, Heilung zu ermöglichen." · „Meine Bestimmung ist es, Gleichgewicht wiederherzustellen, wo es verloren gegangen ist." · „Meine Bestimmung ist es, Schmerz anzunehmen und zu wandeln." · „Meine Bestimmung ist es, den Raum zu halten, in dem andere gesund werden können."
„Meine Bestimmung ist es, Komplexität in Klarheit zu überführen." · „Meine Bestimmung ist es, Ordnung zu schaffen, die Freiheit ermöglicht." · „Meine Bestimmung ist es, Systeme so zu gestalten, dass Menschen darin aufblühen." · „Meine Bestimmung ist es, das Unsichtbare sichtbar und das Chaotische handhabbar zu machen."
„Meine Bestimmung ist es, tief zu empfangen, was das Leben zeigt." · „Meine Bestimmung ist es, Stille als Form der Erkenntnis zu leben." · „Meine Bestimmung ist es, in vollständiger Präsenz zu sein – als Beitrag." · „Meine Bestimmung ist es, das Erfahren selbst als Lebenswerk zu verstehen."
„Meine Bestimmung ist es, Brücken zu bauen zwischen dem, was sich fremd ist." · „Meine Bestimmung ist es, Verstehen dort zu ermöglichen, wo Missverständnis herrscht." · „Meine Bestimmung ist es, Stimmen zu verbinden, die einander nicht hören." · „Meine Bestimmung ist es, Verschiedenheit als Stärke sichtbar zu machen."
„Meine Bestimmung ist es, Würde unter Bedingungen zu leben, die das erschweren." · „Meine Bestimmung ist es, durch meine Haltung zu zeigen, was möglich ist." · „Meine Bestimmung ist es, Zeugnis zu geben – für das, was trägt, wenn nichts mehr trägt." · „Meine Bestimmung ist es, durch das, wie ich leide und liebe, anderen Halt zu geben."
Das BAM ist ein theoretisches Rahmenmodell und kein validiertes diagnostisches Verfahren. Die Clusterstruktur ist konzeptionell plausibel, aber nicht faktorenanalytisch geprüft. Ebenso sind die vorgeschlagenen Tätigkeits- und Lebensweiseprofile bislang heuristische Vergleichseinheiten und keine normierten Skalen.
Ein weiterer Grenzpunkt liegt in der Subjektivität der Gewichtungsparameter. Sowohl die Dimensionsgewichte ωn als auch die Kontextgewichte φk und Clustergewichte ρc sind interpretative Größen. Sie erhöhen die Flexibilität des Modells, erschweren aber interindividuelle Vergleichbarkeit.
Schließlich ist das BAM nicht als Primärinstrument für klinische Kontexte geeignet. Stark diffuse Divergenzprofile, extreme Selbstabwertung oder pervasive Negativbilanzen können Ausdruck klinisch relevanter Zustände sein, in denen zunächst diagnostische oder therapeutische Klärung Vorrang vor Bestimmungsfragen hat.
Das BAM steht nicht ohne Vorläufer. Mehrere theoretische Traditionen beschäftigen sich mit der Frage, wie Bestimmung, Berufung oder Lebenssinn aus Eigenschaften der Person abgeleitet werden können. Die folgende Abgrenzung zeigt, wo das BAM an diese Traditionen anschließt – und wo es einen eigenständigen Beitrag leistet.
Das aus der japanischen Tradition stammende Ikigai-Konzept beschreibt Bestimmung als Schnittmenge aus vier Feldern: was man liebt, was man gut kann, womit man die Welt braucht und womit man Geld verdienen kann (Mogi, 2017). Diese Struktur hat hohe Alltagsplausibilität und ist als heuristische Rahmung weit verbreitet. Sie teilt mit dem BAM die Grundidee, dass Bestimmung nicht aus einem einzelnen Faktor, sondern aus einer Passung mehrerer Dimensionen entsteht.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Operationalisierung. Ikigai bleibt eine qualitative Reflexionshilfe ohne formale Ableitung, ohne Bedürfnisdiagnostik und ohne Divergenzlogik. Es benennt Felder, aber entwickelt kein Verfahren, mit dem sich überprüfen ließe, ob und wie stark eine konkrete Lebensweise diese Felder für eine spezifische Person tatsächlich adressiert. Das BAM hingegen macht genau diesen Schritt: Es ersetzt die intuitive Schnittmengensuche durch eine strukturell begründete Passungsanalyse auf Basis eines differenzierten Bedürfnisprofils.
Die empirische Berufungsforschung – insbesondere Dik und Duffy (2009) sowie Wrzesniewski et al. (1997) – untersucht, unter welchen Bedingungen Arbeit als Berufung erlebt wird und welche psychologischen Effekte das hat. Dieser Forschungsstrang ist empirisch stark und differenziert. Er teilt mit dem BAM die Auffassung, dass Berufung nicht zufällig entsteht, sondern an bestimmte Bedingungen geknüpft ist – insbesondere an Selbstbestimmung, Wirksamkeit und Sinnerleben.
Die Calling-Forschung fokussiert jedoch fast ausschließlich auf den Berufsbereich. Sie modelliert Berufung als Qualität der Arbeitsbeziehung, nicht als übergreifende Lebensstruktur. Das BAM erweitert diese Perspektive auf elf Lebensbereiche und fragt nicht nach dem Erleben von Berufung, sondern nach deren formaler Ableitung aus einem Bedürfnisprofil. Zudem unterscheidet das BAM explizit zwischen Berufung (bereichsspezifisch, Cluster B) und Lebens-Bestimmung (alle Cluster integrierend).
Seligmans PERMA-Modell (2011) beschreibt psychologisches Wohlbefinden als Funktion von fünf Elementen: positiven Emotionen, Engagement, Beziehungen, Bedeutung und Leistung. Es teilt mit dem BAM das Interesse an mehrdimensionaler Lebensqualität und erkennt Bedeutung (Meaning) als eigenständige Komponente an, die nicht auf Wohlbefinden reduzierbar ist.
PERMA ist jedoch primär deskriptiv. Es beschreibt, was zu einem guten Leben beiträgt, aber entwickelt kein Ableitungsverfahren für Bestimmung. Es enthält keine Passungslogik zwischen Personenmerkmalen und Lebensweisen, keine Divergenzanalyse und keine bereichsspezifische Struktur. Das BAM baut auf ähnlichen inhaltlichen Überzeugungen auf, transformiert sie jedoch in ein formal operationalisierbares Modell.
Frankls Logotherapie (1959) versteht Sinn als primäres menschliches Streben und Bestimmung als individuellen Auftrag, der in jeder Lebenssituation – auch in Leid – gefunden werden kann. Sie teilt mit dem BAM die Überzeugung, dass Sinn nicht konstruiert, sondern entdeckt wird, und dass er eine eigenständige psychologische Kategorie darstellt, die nicht auf Lust oder Macht reduzierbar ist.
Logotherapeutische Sinnfindung ist jedoch phänomenologisch und normativ ausgerichtet, nicht formal. Sie setzt Sinn als erfahrbare Wirklichkeit voraus und entwickelt keine diagnostische Architektur, mit der Bestimmung aus Profilen abgeleitet werden könnte. Das BAM übernimmt die inhaltliche Einsicht – Sinn als unverzichtbare Dimension (N5) – überführt sie aber in eine operationalisierbare Modelllogik, die ohne metaphysische Vorannahmen über den Charakter von Sinn auskommt.
Ein theoretisches Modell gewinnt wissenschaftlichen Status nicht allein durch innere Kohärenz, sondern auch dadurch, dass es falsifizierbare Hypothesen erzeugt. Das BAM ist in seiner aktuellen Form ein heuristisches Rahmenmodell; seine zentralen Annahmen sind jedoch prinzipiell empirisch prüfbar.
Prüfbare Kernhypothesen des BAM:
Methodisch geeignete Zugänge wären: explorative und konfirmatorische Faktorenanalyse zur Clusterprüfung, Experience-Sampling-Methoden zur Erfassung bereichsspezifischer Bedürfnisbilanzen sowie längsschnittliche Designs zur Stabilitätsprüfung des Bestimmungsfokus.
Das BAM entfaltet seinen praktischen und wissenschaftlichen Nutzen in mehreren Anwendungsfeldern. Dabei ist zu beachten, dass es Bestimmung stets als phasenspezifische Strukturaussage modelliert, nicht als stabiles Lebensurteil. Biographische Übergänge, Brüche und veränderte Lebensumstände können den Bestimmungsfokus BeF* verschieben, Clustergewichte verändern und neue Passungshypothesen erforderlich machen (vgl. Hirschi, 2020). Die Entwicklung eines dynamischen BAM-Längsschnittmodells bleibt Folgearbeiten vorbehalten.
Das BAM hat unmittelbare Relevanz für sechs Anwendungsfelder, die sich in Zielgruppe, Tiefe und Verwendungsmodus unterscheiden:
| Anwendungsfeld | Verwendungsmodus | Zentrale BAM-Funktion |
|---|---|---|
| Einzel-Coaching & Lebensberatung | Begleitet durch Coach oder Berater | Strukturiertes Ableitungsverfahren für Bestimmungshypothesen; Gesprächsgrundlage und Reflexionsanker |
| Selbstreflexion & Eigenanwendung | Eigenständig, ohne Begleitung | Heuristisches Rahmenmodell für biografische Standortbestimmung; Formulierungshilfe für Bestimmungssätze |
| Empirische Grundlagenforschung | Wissenschaftlich, hypothesenprüfend | Theoretischer Rahmen für Studien zu Bedürfnis-Lebensweise-Passung, Sinnerleben und Bestimmungsstabilität |
| Bildung & pädagogische Kontexte | Didaktisch, entwicklungsbegleitend | Reflexionsstruktur für Berufsorientierung, Studienberatung und biografische Bildungsangebote |
| Organisations- & Teamentwicklung | Kollektiv, rollenorientiert | Passungsanalyse zwischen Mitarbeiterprofilen und Tätigkeitsanforderungen; Grundlage für sinnorientierte Organisationskultur |
| Modellreihe BPM – BAM – BSL – BÖM – FEI | Theorieimmanent, anschlussorientiert | Diagnostisches Bindeglied zwischen Bedürfniserhebung (BPM) und anwendungsorientierten Beziehungs- und Organisationsmodellen |
Das Bestimmungs-Ableitungs-Modell versteht Bestimmung als strukturelle Stimmigkeit zwischen Bedürfnisarchitektur und gelebter Lebensweise. Es verschiebt den Begriff der Bestimmung damit von einer romantischen oder metaphysischen Idee hin zu einer systematisch begründbaren, kontextsensitiven und formal beschreibbaren Hypothese.
Seine zentrale Innovation besteht in der dreistufigen Ableitungslogik: Bereichsbestimmungen machen sichtbar, wie Bestimmung in einzelnen Lebensdomänen konkret erscheint; Bestimmungscluster verdichten diese Befunde zu größeren motivationalen Strukturen; die Lebens-Bestimmung integriert beides zu einer Fokusbestimmung mit komplementären Ausprägungen. Zugleich wird das Selbst nicht als gesonderter Kontextbereich KS in die Lebensbereichsliste aufgenommen, sondern konsequent als eigenständiger Systemparameter modelliert, der die Wahrnehmung und Realisierung von Bestimmung moduliert (Wagner, 2026a).
Damit legt das BAM eine publizierbare theoretische Architektur vor, die aus dem BPM-Fundament heraus konsequent weiterentwickelt ist. Folgearbeiten sollten sich auf die empirische Normierung von Tätigkeits- und Lebensstilprofilen, auf die Validierung der Clusterstruktur, auf die Entwicklung eines Längsschnittmodells zur Erfassung biographischer Bestimmungsverschiebungen und auf anwendungsbezogene Auswertungsinstrumente konzentrieren.
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| i | Index für eine konkrete Einzelperson. |
| k | Index für einen Lebensbereich (K1–K10, vgl. Abschnitt 3) |
| n | Index für eine Bedürfnisdimension (N1–N8, vgl. BPM, Wagner 2026a) |
| j | Index für eine konkrete Lebensweise, Rolle oder Tätigkeit (z. B. Selbständigkeit, Elternschaft, künstlerische Praxis) |
| BBi(Kk)Nn | Bedürfnisbilanz der Person i bezüglich der Bedürfnisdimension Nn im Lebensbereich Kk. Wertebereich −1 (vollständige Frustration) bis +1 (vollständige Erfüllung). Analog zur Verwendung im BSL, wo das Objekt eine andere Person ist – hier ist das Objekt ein Lebensbereich. |
| BBi(Kk)WUNSCHNn | Angestrebte Bedürfnisbilanz im Lebensbereich: Wie die Person den Lebensbereich bezüglich Dimension Nn idealtypisch erfahren möchte |
| BBi(Kk)ISTNn | Erlebte Bedürfnisbilanz im Lebensbereich: Wie der Lebensbereich bezüglich Dimension Nn derzeit tatsächlich erfahren wird |
| BDi,k,n | Bedürfnisdivergenz: Abweichung zwischen angestrebter und erlebter Bedürfnisbilanz im Lebensbereich Kk für Dimension Nn bei Person i. Positive Werte markieren Untererfüllung. |
| ωi,n | Dimensionsgewicht: individuelles Gewicht, das Person i der Bedürfnisdimension Nn beimisst (0 bis 1, normiert auf Summe 1 über alle Nn) |
| ω̄ | Durchschnittliches Dimensionsgewicht über alle Nn (= 1/7 ≈ 0,14); dient als Vergleichsschwelle für überdurchschnittliche Gewichtung |
| θ | Divergenzschwelle: Mindestwert der Bedürfnisdivergenz BD, ab dem eine Dimension als bestimmungsrelevant gilt |
| tj,n,k | Bedürfnissignatur einer Lebensweise j: Grad, in dem diese Form typischerweise die Dimension Nn im Kontext Kk adressiert (0 bis 1) |
| PWi,j(Kk) | Passungswert: Übereinstimmung zwischen dem individuellen Bedürfnisgewicht der Person i und der Bedürfnissignatur einer Lebensweise j im Lebensbereich Kk (0 bis 1) |
| BeKi,k | Bestimmungskern: Menge jener Bedürfnisdimensionen, die für Person i im Lebensbereich Kk zugleich überdurchschnittlich gewichtet und deutlich untererfüllt sind – die nicht verhandelbaren Bedingungen einer stimmigen Lebensweise in diesem Bereich |
| BeHk | Bestimmungshypothese für Lebensbereich Kk: interpretatives Tripel aus Bestimmungskern, Passungswert und aktueller Bedürfnisbilanz |
| φk | Kontextgewicht: Bedeutung des Lebensbereichs Kk im Gesamtleben der Person (0 bis 1, normiert über alle Kk) |
| ρc | Biographisches Clustergewicht: Bedeutung eines Bestimmungsclusters c auf Basis von Lebensgeschichte und Werthaltung (0 bis 1, normiert über alle Cluster) |
| CWc | Clusterwert: gewichteter Passungswert aller Lebensbereiche eines Bestimmungsclusters c |
| BeF* | Bestimmungsfokus: dasjenige Cluster mit dem höchsten Clusterwert; primäre Achse der Lebens-Bestimmung |
| BeIi | Bestimmungsindex: integrierter Gesamtwert aus Clusterpassung, normierter Bedürfnisdivergenz und Selbstbilanz-Parameter Si. Hinweis: Die Bezeichnung „Index" ist hier funktional gemeint – als Verdichtung mehrerer theoretischer Relationen zu einem Orientierungswert. BeIi ist kein psychometrisch normierter Index im Sinne validierter Messtheorie, sondern ein heuristischer Kohärenzindikator, dessen empirische Kalibrierung zukünftiger Forschung vorbehalten bleibt. |
| BDinorm | Normierte mittlere Bedürfnisdivergenz: über alle Lebensbereiche und Dimensionen gemittelter und auf [0,1] normierter Divergenzwert der Person i |
Die folgende Literaturliste ist im APA-7-Format angelegt.
Box, G. E. P., & Draper, N. R. (1987). Empirical model-building and response surfaces. Wiley.
Csikszentmihalyi, M. (1990). Flow: The psychology of optimal experience. Harper & Row.
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The "what" and "why" of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268.
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